Ein Arbeitsblatt von Hand zusammenzustellen ist einmal kein Problem. Jeden Morgen für dasselbe Gerät kostet es Zeit, und die Anordnung verschiebt sich: Die Blindprobe wandert von Slot 1 auf Slot 3, die Doppelbestimmung fällt weg, wenn viel los ist. Eine Arbeitsblattvorlage legt die Anordnung einmal fest. Ein neues Arbeitsblatt, das aus ihr entsteht, füllt SENAITE nach diesem Layout.
Was eine Vorlage festlegt
Vorlagen liegen unter Setup, Arbeitsblattvorlagen. Neben dem
Pflichtfeld Name hat eine Vorlage drei Teile.
Analysen. Der Reiter Analysen enthält die Analyseleistungen,
die die Vorlage übernimmt. Nur nicht zugeordnete Analysen dieser
Leistungen kommen auf das Arbeitsblatt.
Gerät und Methode. Bevorzugtes Prüfgerät und Auf Methode beschränken grenzen die Vorlage auf ein Gerät oder eine Methode
ein. Beides wird auch auf dem neuen Arbeitsblatt gesetzt.
Layout. Im Reiter Layout legt Anzahl der Positionen die
Größe des Arbeitsblatts fest, meist die Größe des Racks oder der
Probenschale des Geräts. Nach Set bekommt jede Position einen Analysentyp:
Analyse: ein Slot für eine RoutineprobeBlindprobe: ein Slot für eine Blindprobe, mit einemBlindwertstandardKontrolle: ein Slot für eine Kontrolle, mit einemKontrollstandardKopie: eine Doppelbestimmung, mitKopie vonals Angabe der Position, die doppelt bestimmt wird
Blindwert- und Kontrollstandard verweisen auf eine Referenz-Definition, nicht auf eine bestimmte Referenzprobe. Dieser Unterschied wird später wichtig.

Vorher: die Referenz-Definitionen
Blindprobe und Kontrolle erscheinen in der Typauswahl erst,
wenn passende Referenz-Definitionen existieren (Setup,
Referenz-Definitionen). Eine Definition mit gesetztem Haken
Blindprobe schaltet Blindproben-Slots frei, eine ohne Haken
Kontroll-Slots. Eine Vorlage, die vor den Definitionen entsteht,
kann nur Analysen und Doppelbestimmungen enthalten.
Die Definitionen allein reichen nicht. Beim Füllen eines
Arbeitsblatts sucht SENAITE nach Referenzproben, die mit der
Definition verknüpft sind. Referenzproben legen Sie bei einem
Lieferanten an (Setup, Lieferanten, dort Referenzproben). Sie
tragen ein Verfallsdatum und über die Definition die Sollwerte.
Verwendet werden nur gültige: aktiv, nicht verfallen, nicht
entsorgt.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Ein Photometer misst Nitrat und Nitrit auf einer Schale mit 20 Positionen. Das Labor will zuerst eine Blindprobe, dann eine Kontrolle, am Ende eine Doppelbestimmung und dazwischen so viele Proben wie möglich.
| Position | Analysentyp | Referenz / Quelle |
|---|---|---|
| 1 | Blindprobe | Definition “Reagenzienblindwert” |
| 2 | Kontrolle | Definition “Nitrat-Kontrolle 10 mg/L” |
| 3 bis 19 | Analyse | |
| 20 | Kopie | Kopie von Position 3 |
Analyseleistungen: Nitrat, Nitrit. Bevorzugtes Prüfgerät: das
Photometer.
Am Montagmorgen gibt es 25 Proben mit nicht zugeordneten Nitrat-Analysen, acht davon auch mit Nitrit. Die Laborleitung legt ein Arbeitsblatt aus der Vorlage an. SENAITE geht dann so vor:
- Es nimmt die nicht zugeordneten Nitrat- und Nitrit-Analysen, nach Priorität sortiert, und überspringt alle, deren Analyseleistung das Photometer nicht zulässt.
- Jede Probe bekommt einen der 17 Routine-Slots. Nitrat und Nitrit derselben Probe teilen sich den Slot. Nach 17 Proben sind die Slots belegt; die übrigen 8 Proben bleiben für das nächste Arbeitsblatt nicht zugeordnet.
- Auf Position 20 kommt eine Doppelbestimmung der Probe aus Position 3.
- Für jede Definition sucht es eine gültige Referenzprobe und setzt Blindproben- und Kontrollanalysen auf Position 1 und 2. Kommen mehrere Referenzproben in Frage, nimmt es diejenige, die die meisten Analyseleistungen der Vorlage abdeckt.
- Das Photometer wird als Gerät des Arbeitsblatts gesetzt.
Die Analytikerin öffnet ein Arbeitsblatt, dessen Positionen der physischen Schale entsprechen, mit der QC dort, wo das Laborverfahren sie vorsieht.
Warum Slots leer bleiben
Die meisten Fragen zu Vorlagen laufen auf einen dieser Punkte hinaus.
Keine gültige Referenzprobe. Ist die einzige Referenzprobe der Blindproben-Definition verfallen, bleibt Position 1 leer. SENAITE zeigt keinen Fehler; das Arbeitsblatt hat einfach keine Blindprobe. Halten Sie pro Definition mindestens eine gültige Referenzprobe vorrätig und prüfen Sie die Verfallsdaten in der monatlichen QC-Routine.
Der Haken Blindprobe an der Referenzprobe. Für einen
Blindproben-Slot muss die Referenzprobe selbst als Blindprobe
markiert sein, nicht nur ihre Definition. Für einen Kontroll-Slot
darf sie es nicht sein. Eine als Blindprobe markierte Probe, die mit
einer Kontroll-Definition verknüpft ist, wird auf beiden Slot-Arten
ignoriert.
Eine Referenzprobe, die die Leistungen nicht abdeckt. Die Referenzprobe braucht Sollwerte für die betreffenden Analyseleistungen. Eine Kontrolle, die nur Nitrat definiert, erzeugt keine Nitrit-Kontrollanalyse.
Der Ausgangsslot der Doppelbestimmung ist leer. Eine Doppelbestimmung entsteht nur, wenn auf ihrer Ausgangsposition eine Probe liegt. An einem ruhigen Tag ohne Proben bleibt auch Position 20 leer.
Der Gerätefilter. Ist ein Bevorzugtes Prüfgerät gesetzt,
werden nur Analysen übernommen, deren Analyseleistung dieses Gerät
zulässt. Steht in einer Leistung ein anderes Gerät, landen ihre
Analysen nie auf den Arbeitsblättern dieser Vorlage. Prüfen Sie die
Gerätezuordnung der Leistungen, bevor Sie die Vorlage verdächtigen.
Bereits zugewiesene Analysen. Übernommen werden nur Analysen im
Status Nicht zugeordnet. Was auf einem anderen offenen
Arbeitsblatt liegt, wird nicht verschoben.
Vorlagen ohne Layout
Eine Vorlage ohne Layout ist zulässig. Sie wirkt dann als Filter:
Der Reiter Analysen hinzufügen des Arbeitsblatts bietet nur
Analysen der Vorlagen-Leistungen an, und die Analytikerin wählt
selbst aus. Das passt zu Arbeitsplätzen, an denen die Reihenfolge
egal ist, der Umfang aber nicht, etwa einem
Mikrobiologie-Arbeitsplatz, der nur Mikrobiologie sehen soll.
Wechseln Sie die Vorlage eines bestehenden Arbeitsblatts, bleiben die bereits zugewiesenen Analysen darauf. Nehmen Sie sie von Hand herunter, wenn die neue Vorlage sie nicht umfassen soll.
Vorher zu entscheiden
Vorlagen nach ihrem Ergebnis benennen, etwa “Nitrat und Nitrit, Schale 20 Positionen”, nicht nach einem internen Kürzel, das in einem Jahr niemand mehr kennt.
Eine Vorlage pro Schalengröße und QC-Schema. Eine Vorlage, die “fast passt”, lädt zu Handkorrekturen auf jedem Arbeitsblatt ein, also genau zu der Drift, die Vorlagen verhindern sollen.
Das QC-Schema mit dem Qualitätsmanagement abstimmen. In der Vorlage wird die Häufigkeit von Blindproben, Kontrollen und Doppelbestimmungen zur gelebten Praxis. Verlangt die Methode alle zehn Proben eine Kontrolle, braucht eine Vorlage mit 20 Positionen zwei Kontroll-Slots.
Den Vorrat an Referenzproben planen. Eine Vorlage ist nur so verlässlich wie der Bestand an gültigen Referenzproben hinter ihren Definitionen.
Die Grenzen
Eine Vorlage füllt ein Arbeitsblatt beim Anlegen. Sie hält es nicht
gefüllt: Analysen, die später kommen, fügen Sie über Analysen hinzufügen hinzu, oder sie kommen auf das nächste Arbeitsblatt.
Das Layout steuert auch keinen positionsbasierten Ergebnisimport. Importe ordnen Ergebnisse über Proben-ID und Schlüsselwort zu, siehe Geräte-Importe. Was das Layout dem Import bringt, ist ein Arbeitsblatt, dessen Reihenfolge der Laufliste entspricht, die das Gerät über einen Geräte-Export erhalten hat.