Proben kommen einzeln an der Probenannahme an. An der Laborbank wird anders gearbeitet. Ein Photometerlauf nimmt zwanzig Küvetten, ein ICP ein ganzes Rack, ein Koloniezähler das, was heute früh aus dem Brutschrank kam. Ein Arbeitsblatt in SENAITE bildet genau das ab: Es sammelt Analysen aus vielen Proben in einer Liste, die eine Analytikerin oder ein Analytiker abarbeitet, zusammen mit den Kontrollen, die belegen, dass der Lauf in Ordnung war.
Was ein Arbeitsblatt enthält
Ein Arbeitsblatt enthält Analysen, keine Proben. Braucht die
Probe W-0101 pH, Leitfähigkeit und Nitrat, und laufen nur pH und
Leitfähigkeit am Photometer, kommen nur diese beiden Analysen auf
das Photometer-Arbeitsblatt. Nitrat bleibt Nicht zugeordnet, bis
jemand es auf ein anderes Arbeitsblatt setzt. Die Probe ist fertig,
wenn alle ihre Analysen fertig sind, egal wo sie bearbeitet wurden.
Jede Probe belegt auf einem Arbeitsblatt eine Position (Slot), und alle ihre Analysen auf diesem Arbeitsblatt teilen sich diesen Slot. Neben den Routineproben kann ein Arbeitsblatt drei Arten von Qualitätskontrolle tragen:
- Blindproben: eine Referenzprobe ohne Analyt, die zeigt, dass der Prozess kein Signal hinzufügt.
- Kontrollen: eine Referenzprobe mit bekannten Werten, die zeigt, dass das Gerät richtig misst.
- Doppelbestimmungen (in der Oberfläche
Kopie): eine zweite Analyse einer Routineprobe auf demselben Arbeitsblatt, die zeigt, dass die Messung wiederholbar ist.
Nur auf Arbeitsblättern lassen sich diese QC-Analysen in SENAITE
hinzufügen. Jedes Arbeitsblatt hat außerdem eine verantwortliche
Person (Analytiker) und optional ein Gerät und eine Methode.

Zwei Wege zum Arbeitsblatt
Über das Menü Arbeitsblätter legt eine Laborleitung ein
Arbeitsblatt an und wählt die verantwortliche Person (Pflicht),
optional eine Arbeitsblattvorlage und ein Gerät. Ohne Vorlage
beginnt das Arbeitsblatt leer, und die Analysen kommen über den
Reiter Analysen hinzufügen dazu. Dort stehen alle nicht
zugeordneten Analysen im System, über alle Kunden hinweg. Ein
Arbeitsblatt kann also Arbeit mehrerer Auftraggeber mischen.
In der Probenliste markiert eine Laborleitung Proben und wählt
Arbeitsblatt anlegen. Der Dialog fragt nach der verantwortlichen
Person, nach den Analysekategorien, deren Analysen auf das
Arbeitsblatt sollen, und optional nach einer Vorlage. Das ist der
schnellere Weg, wenn die Annahme gerade eine Serie erfasst hat und
die Kategorien den Arbeitsplätzen entsprechen, etwa eine Kategorie
pro Laborbank.
Zugewiesene Analysen wechseln von Nicht zugeordnet zu
Zugewiesen und tragen in der Probenansicht ein kleines
Arbeitsblatt-Symbol. Wer die Probe öffnet, sieht also, wohin die
Arbeit gegangen ist.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Ein Wasserlabor erhält zwölf Trinkwasserproben, jede mit pH, Leitfähigkeit, Trübung und Nitrat. pH, Leitfähigkeit und Trübung werden an einem Arbeitsplatz gemessen, Nitrat am Photometer.
Die Laborleitung legt zwei Arbeitsblätter an. Das erste enthält pH, Leitfähigkeit und Trübung für alle zwölf Proben und eine Kontrolle. Das zweite enthält Nitrat für die zwölf Proben, eine Blindprobe, eine Kontrolle und eine Doppelbestimmung der ersten Probe.
Auf dem ersten Arbeitsblatt wechselt die Analytikerin in das Layout
Transponiert. Im Layout Klassisch stehen die Analysen einer
Probe untereinander. Transponiert legt alle Ergebnisse einer
Analyseart in eine Zeile, sodass zwölf pH-Werte hintereinander
eingegeben werden, danach zwölf Leitfähigkeiten, in der Reihenfolge,
in der die Messungen anfallen.
Für Arbeitsplätze ohne Bildschirm lässt sich das Arbeitsblatt drucken (Proben in Zeilen oder in Spalten). Hat das Gerät eine Exportschnittstelle, lässt sich das Arbeitsblatt außerdem als Laufliste für das Gerät exportieren, siehe Geräte-Exporte.
Was die Kontrollen tatsächlich bewirken
Eine Referenzprobe trägt pro Analyseleistung Sollwerte und einen zulässigen Bereich. Kommt sie auf ein Arbeitsblatt, wird dieser Bereich zur Spezifikation der Referenzanalyse.
Liegt ein Kontrollergebnis außerhalb des Bereichs, markiert SENAITE das Gerät als ungültig. Es wird bei der Geräteauswahl für Analysen nicht mehr angeboten, und das Dashboard meldet es. Routineanalysen auf diesem Gerät, die bereits auf Verifizierung warten, werden zurückgezogen und erhalten die Bemerkung “Instrument failed reference test”. Ein neuerer Kontrolllauf mit Ergebnissen im Bereich gibt das Gerät wieder frei; dafür genügt es, diese Ergebnisse einzureichen.
Diesen Mechanismus sollten Sie vor dem Produktivstart kennen: Eine Kontrolle außerhalb des Bereichs kann Ergebnisse zurückholen, die das Labor für erledigt hielt. Pflegen Sie die Referenzwerte, bevor Kontrollen auf Arbeitsblätter kommen, nicht erst nach der ersten Überraschung.
Doppelbestimmungen funktionieren anders. Die zulässige Abweichung
kommt aus dem Feld Abweichung Doppelbestimmung % der
Analyseleistung. Bei einem Ergebnis von 2 und einer Abweichung von
10 % muss die Doppelbestimmung zwischen 1,8 und 2,2 liegen.
Der Workflow eines Arbeitsblatts
Ein Arbeitsblatt ist Offen, solange daran gearbeitet wird. Sind
alle Analysen eingereicht, wechselt es zu Zu verifizieren, und
nach der Verifizierung zu Verifiziert. Wird eine seiner Analysen
zurückgezogen, geht das Arbeitsblatt zurück auf Offen, denn es
gibt wieder etwas zu tun.
Verifiziert werden kann direkt auf dem Arbeitsblatt, nicht nur Probe für Probe. Bei Serienmethoden ist das wichtig: Ob ein Nitratwert plausibel ist, hängt an der Blindprobe und der Kontrolle daneben, und das Arbeitsblatt zeigt sie zusammen.
Typische Fehler
Proben auf dem Arbeitsblatt erwarten. Eine Probe kommt nie als Ganzes auf ein Arbeitsblatt, sondern ihre Analysen. Eine Probe verteilt sich oft auf mehrere Arbeitsblätter, und in einem Labor mit mehreren Arbeitsplätzen ist das der Normalfall.
Ein Arbeitsblatt mit Arbeit darauf löschen wollen. Löschen lässt
sich nur ein offenes Arbeitsblatt ohne Analysen. Heben Sie vorher
die Zuweisung der Analysen auf (Zuweisung aufheben); sie gehen
zurück auf Nicht zugeordnet.
Übergabe durch Bearbeiten. Um ein Arbeitsblatt jemand anderem zu
geben, markieren Sie es in der Arbeitsblattliste und nutzen
Wiederzuweisen.
Ein Gerät zuweisen und erwarten, dass alle Analysen folgen. Ein Gerät auf dem Arbeitsblatt wird bei jeder Analyse gesetzt, die es unterstützt. Analysen, deren Analyseleistung dieses Gerät nicht zulässt, behalten ihre eigene Methode und ihr eigenes Gerät, ohne Hinweis.
Der nächste Schritt
Ein von Hand zusammengestelltes Arbeitsblatt passt für kleine oder unregelmäßige Läufe. Sobald sich dieselbe Anordnung jeden Tag wiederholt (gleiche Rackgröße, Blindprobe auf Slot 1, Kontrolle am Ende), lohnt sich eine Arbeitsblattvorlage. Und sobald das Gerät eine Ergebnisdatei schreibt, hören Sie auf zu tippen: Geräte-Importe füllen die Analysen aus dieser Datei.