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26. September 2026 · 5 min Lesezeit

Probenpartitionen: eine Probe, viele Tests, ein Datensatz

Wenn aus einer Flasche drei werden. Wie SENAITE Partitionen anlegt, welche Analysen wohin wandern, wie Ergebnisse zur Primärprobe zurückfließen und was in eine Probenvorlage gehört.

Probenpartitionen: eine Probe, viele Tests, ein Datensatz

Eine Trinkwasserprobe kommt mit drei Aufträgen an: E. coli für die Mikrobiologie, gelöste Metalle für die ICP und Nitrat für den Chemie-Arbeitsplatz. Die Mikrobiologie braucht eine sterile Flasche, die Metalle eine angesäuerte, Nitrat kann bleiben, wo es ist. Physisch hat das Labor jetzt drei Behälter. In SENAITE sind dafür Partitionen da, auch Teilproben oder Aliquote genannt.

Was eine Partition ist

Eine Partition ist eine vollwertige Probe, die aus einer Primärprobe entsteht und mit ihr verknüpft bleibt. Sie hat eine eigene ID, eine eigene Probenart, einen eigenen Behälter und eine eigene Konservierung, eigene Analysen und einen eigenen Workflow-Status. Alles, was die Herkunft des Materials beschreibt, übernimmt sie von der Primärprobe: Kunde, Kontakt, Probenahmestelle, Probenahmedatum und die übrigen Felder. Bemerkungen, Anhänge, Profile und die Ergebnisinterpretation werden nicht kopiert.

Mit dem Standardformat übernehmen Partitionen die ID der Primärprobe und hängen einen Zähler an: DW-0042-P01, DW-0042-P02. Wie man das ändert, steht im Beitrag zum ID-Server.

Partitionen anlegen

Partitionen entstehen aus einer empfangenen Probe, in der Probenliste oder in der Probe selbst, über die Aktion Partitionen erzeugen. In der Grundeinstellung dürfen das Lab Clerks und Lab Manager, Kundenkontakte nicht.

Das Formular fragt, wie viele Partitionen entstehen sollen. Nach Vorschau bekommt jede Partition eine Zeile, in der Sie Probenart, Behälter und Konservierung festlegen und die Analysen ankreuzen, die sie tragen soll. Für das Beispiel:

PartitionBehälterKonservierungAnalysen
DW-0042-P01Sterile FlascheGekühltE. coli, coliforme Bakterien
DW-0042-P02PE-Flasche 100 mLHNO3, pH unter 2Fe, Mn, Cu, Pb

Nitrat wird keiner Partition zugeordnet und bleibt auf der Primärprobe.

Die angekreuzten Analysen werden verschoben, nicht kopiert. Sie verlassen die Primärprobe und gehören ab jetzt zur Partition. Die Partitionen entstehen im Status Empfangen mit dem Eingangsdatum der Primärprobe, die Arbeit kann also sofort beginnen.

Eine Partition lässt sich nicht weiter partitionieren. Muss sie weiter aufgeteilt werden, wird sie zuerst ausgegliedert (siehe unten).

Formular Manage Partitions für die Primärprobe DW-0002 mit zwei angeforderten Partitionen. Partition 1 ist aufgeklappt: Internal use, Sample Type Drinking Water, Container, Preservation und Auswahlfelder für Nitrate, pH, Total Coliforms und Turbidity.
Nach Preview bekommt jede Partition eigenen Probentyp, Behälter, Konservierung und eigene Analysen.

Wie Ergebnisse zurückfließen

Die Primärprobe zeigt weiterhin alle Analysen, auch die, die jetzt in ihren Partitionen liegen. Ergebnisse lassen sich in der Partition oder in der Primärprobe erfassen, je nachdem, was am Arbeitsplatz näher liegt. Die Mikrobiologin arbeitet in DW-0042-P01, der Lab Manager, der den ganzen Auftrag prüft, öffnet DW-0042 und sieht alles.

Der Workflow folgt derselben Logik. Die Primärprobe wechselt erst nach Zu verifizieren, wenn die Analysen aller Partitionen eingereicht sind, und erst nach Verifiziert, wenn alle verifiziert sind. Ein Bericht über die Primärprobe deckt deshalb die ganze Probe ab, und das ist meist das, was der Kunde bestellt hat. Wird die Primärprobe veröffentlicht, werden ihre Partitionen mit veröffentlicht. Eine Partition lässt sich aber auch einzeln veröffentlichen, etwa wenn die Mikrobiologie eilt und die Metalle noch eine Woche brauchen.

Abschnitt Analysen der Primärprobe DW-0003 mit den Filtern Valid, Invalid, All, DW-0003, DW-0003-P01 und DW-0003-P02. E. coli gehört zu DW-0003-P01, Nitrate zu DW-0003-P02.
Die Primärprobe listet die Analysen ihrer Partitionen, jeweils mit der Partition, auf der sie liegen.

Partitionsschemata in Probenvorlagen

Wiederholt sich dieselbe Aufteilung bei jeder Probe einer Art, legen Sie sie einmal fest. Eine Probenvorlage hat einen Bereich Partitionen, in dem jede Zeile eine Partition über Partitions-ID, Behälter, Konservierung und Probenart beschreibt. Jede Dienstleistung der Vorlage lässt sich einer dieser Partitionen zuordnen.

Die Option Automatische Partitionierung bei Probeneingang führt die Probenannahme beim Empfang einer solchen Probe direkt zum Partitionsformular, vorbelegt mit dem Schema. Die Probenannahme bestätigt oder passt an. Ohne diese Bestätigung wird nichts angelegt, und das ist Absicht: Beim Probeneingang sieht das Labor, ob die zweite Flasche überhaupt angekommen ist.

Analysenprofile tragen keine Partitionsregeln. Wer ein Partitionsschema braucht, legt es in der Probenvorlage an.

Was Kunden sehen

Ob Kundenkontakte Partitionen überhaupt sehen, ist eine Einstellung: Zeige Kunden Probenpartitionen. Labore, die pro Primärprobe berichten, schalten sie meist aus. Dann zeigt das Kundenportal eine Probe pro Flasche, die der Kunde geschickt hat. Jede Partition hat außerdem das Merkmal Interne Verwendung. Eine Partition für interne Verwendung sehen nur Labormitarbeiter, und sie kann nicht veröffentlicht werden.

Ausgliedern und wieder anhängen

Mit Ausgliedern löst man eine Partition von ihrer Primärprobe. Sie wird zu einer eigenständigen Primärprobe, behält einen Verweis auf ihre Herkunft und lässt sich wieder partitionieren. Das kommende SENAITE 2.7 bringt Wieder anhängen: Damit wird eine ausgegliederte Partition wieder mit ihrer ursprünglichen Primärprobe verknüpft, sofern beide im selben Workflow-Status sind.

Stolpersteine aus der Praxis

Zu spät partitionieren. Partitionen, die erst nach der Ergebniserfassung auf der Primärprobe entstehen, funktionieren, aber die Historie liest sich schwerer. Entscheiden Sie beim Probeneingang, oder lassen Sie die Probenvorlage entscheiden.

Partitionen als Abteilungen. Partitionen bilden physische Teilmengen des Materials ab. Wer eine Probe nur aufteilt, um Arbeit an verschiedene Teams zu verteilen, ist mit Analysenkategorien, Abteilungen und Arbeitsblättern besser bedient.

Das Etikett vergessen. Jede Partition ist ein neuer Behälter und braucht ein eigenes Etikett. Drucken Sie die Etiketten direkt nach dem Anlegen; die Einrichtung beschreibt der Beitrag zu Etiketten.

Entsorgung. Ist der Entsorgungs- oder Auslieferungs-Workflow aktiv, nimmt das Entsorgen einer Primärprobe ihre Partitionen mit, und das Entsorgen der letzten offenen Partition entsorgt die Primärprobe. Details stehen im Beitrag zu Ausliefern und Entsorgen.

Zwei Personen prüfen Notizen auf Papier neben einem Laptop

Bringen Sie das in Ihr Labor

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