Eine Trinkwasserprobe kommt mit drei Aufträgen an: E. coli für die Mikrobiologie, gelöste Metalle für die ICP und Nitrat für den Chemie-Arbeitsplatz. Die Mikrobiologie braucht eine sterile Flasche, die Metalle eine angesäuerte, Nitrat kann bleiben, wo es ist. Physisch hat das Labor jetzt drei Behälter. In SENAITE sind dafür Partitionen da, auch Teilproben oder Aliquote genannt.
Was eine Partition ist
Eine Partition ist eine vollwertige Probe, die aus einer Primärprobe entsteht und mit ihr verknüpft bleibt. Sie hat eine eigene ID, eine eigene Probenart, einen eigenen Behälter und eine eigene Konservierung, eigene Analysen und einen eigenen Workflow-Status. Alles, was die Herkunft des Materials beschreibt, übernimmt sie von der Primärprobe: Kunde, Kontakt, Probenahmestelle, Probenahmedatum und die übrigen Felder. Bemerkungen, Anhänge, Profile und die Ergebnisinterpretation werden nicht kopiert.
Mit dem Standardformat übernehmen Partitionen die ID der
Primärprobe und hängen einen Zähler an: DW-0042-P01,
DW-0042-P02. Wie man das ändert, steht im
Beitrag zum ID-Server.
Partitionen anlegen
Partitionen entstehen aus einer empfangenen Probe, in der Probenliste oder in der Probe selbst, über die Aktion Partitionen erzeugen. In der Grundeinstellung dürfen das Lab Clerks und Lab Manager, Kundenkontakte nicht.
Das Formular fragt, wie viele Partitionen entstehen sollen. Nach Vorschau bekommt jede Partition eine Zeile, in der Sie Probenart, Behälter und Konservierung festlegen und die Analysen ankreuzen, die sie tragen soll. Für das Beispiel:
| Partition | Behälter | Konservierung | Analysen |
|---|---|---|---|
DW-0042-P01 | Sterile Flasche | Gekühlt | E. coli, coliforme Bakterien |
DW-0042-P02 | PE-Flasche 100 mL | HNO3, pH unter 2 | Fe, Mn, Cu, Pb |
Nitrat wird keiner Partition zugeordnet und bleibt auf der Primärprobe.
Die angekreuzten Analysen werden verschoben, nicht kopiert.
Sie verlassen die Primärprobe und gehören ab jetzt zur
Partition. Die Partitionen entstehen im Status Empfangen mit
dem Eingangsdatum der Primärprobe, die Arbeit kann also sofort
beginnen.
Eine Partition lässt sich nicht weiter partitionieren. Muss sie weiter aufgeteilt werden, wird sie zuerst ausgegliedert (siehe unten).

Wie Ergebnisse zurückfließen
Die Primärprobe zeigt weiterhin alle Analysen, auch die, die
jetzt in ihren Partitionen liegen. Ergebnisse lassen sich in der
Partition oder in der Primärprobe erfassen, je nachdem, was am
Arbeitsplatz näher liegt. Die Mikrobiologin arbeitet in
DW-0042-P01, der Lab Manager, der den ganzen Auftrag prüft,
öffnet DW-0042 und sieht alles.
Der Workflow folgt derselben Logik. Die Primärprobe wechselt erst
nach Zu verifizieren, wenn die Analysen aller Partitionen
eingereicht sind, und erst nach Verifiziert, wenn alle
verifiziert sind. Ein Bericht über die Primärprobe deckt deshalb
die ganze Probe ab, und das ist meist das, was der Kunde bestellt
hat. Wird die Primärprobe veröffentlicht, werden ihre Partitionen
mit veröffentlicht. Eine Partition lässt sich aber auch einzeln
veröffentlichen, etwa wenn die Mikrobiologie eilt und die Metalle
noch eine Woche brauchen.

Partitionsschemata in Probenvorlagen
Wiederholt sich dieselbe Aufteilung bei jeder Probe einer Art, legen Sie sie einmal fest. Eine Probenvorlage hat einen Bereich Partitionen, in dem jede Zeile eine Partition über Partitions-ID, Behälter, Konservierung und Probenart beschreibt. Jede Dienstleistung der Vorlage lässt sich einer dieser Partitionen zuordnen.
Die Option Automatische Partitionierung bei Probeneingang führt die Probenannahme beim Empfang einer solchen Probe direkt zum Partitionsformular, vorbelegt mit dem Schema. Die Probenannahme bestätigt oder passt an. Ohne diese Bestätigung wird nichts angelegt, und das ist Absicht: Beim Probeneingang sieht das Labor, ob die zweite Flasche überhaupt angekommen ist.
Analysenprofile tragen keine Partitionsregeln. Wer ein Partitionsschema braucht, legt es in der Probenvorlage an.
Was Kunden sehen
Ob Kundenkontakte Partitionen überhaupt sehen, ist eine Einstellung: Zeige Kunden Probenpartitionen. Labore, die pro Primärprobe berichten, schalten sie meist aus. Dann zeigt das Kundenportal eine Probe pro Flasche, die der Kunde geschickt hat. Jede Partition hat außerdem das Merkmal Interne Verwendung. Eine Partition für interne Verwendung sehen nur Labormitarbeiter, und sie kann nicht veröffentlicht werden.
Ausgliedern und wieder anhängen
Mit Ausgliedern löst man eine Partition von ihrer Primärprobe. Sie wird zu einer eigenständigen Primärprobe, behält einen Verweis auf ihre Herkunft und lässt sich wieder partitionieren. Das kommende SENAITE 2.7 bringt Wieder anhängen: Damit wird eine ausgegliederte Partition wieder mit ihrer ursprünglichen Primärprobe verknüpft, sofern beide im selben Workflow-Status sind.
Stolpersteine aus der Praxis
Zu spät partitionieren. Partitionen, die erst nach der Ergebniserfassung auf der Primärprobe entstehen, funktionieren, aber die Historie liest sich schwerer. Entscheiden Sie beim Probeneingang, oder lassen Sie die Probenvorlage entscheiden.
Partitionen als Abteilungen. Partitionen bilden physische Teilmengen des Materials ab. Wer eine Probe nur aufteilt, um Arbeit an verschiedene Teams zu verteilen, ist mit Analysenkategorien, Abteilungen und Arbeitsblättern besser bedient.
Das Etikett vergessen. Jede Partition ist ein neuer Behälter und braucht ein eigenes Etikett. Drucken Sie die Etiketten direkt nach dem Anlegen; die Einrichtung beschreibt der Beitrag zu Etiketten.
Entsorgung. Ist der Entsorgungs- oder Auslieferungs-Workflow aktiv, nimmt das Entsorgen einer Primärprobe ihre Partitionen mit, und das Entsorgen der letzten offenen Partition entsorgt die Primärprobe. Details stehen im Beitrag zu Ausliefern und Entsorgen.